Spardosen: Missionssammelbüchsen

In Kirchen, Amtsstuben und anderen öffentlich zugänglichen Institutionen konnte man bis in die 50er Jahre einen kleinen Beitrag zur kirchlichen Missionsarbeit in Sammelbehälter entrichten. Farbiger Kinder, Mönche, aber auch Engel nickten dankbar, wenn man seinen Obolus in den Schlitz warf.
An den dargestellten Personen kann man häufig das jeweilige Missionsgebiet erkennen: Schwarzafrikaner, Chinesen und Inder sind neben Missionaren, Nonnen, Priestern und Ministranten vertreten.
Das gesammelte Geld wurde für die Missionarbeit verwendet, um den „armen Heiden“ den christlichen Glauben zu vermitteln. Nicht vergessen sollte man allerdings, dass die Missionierung der „Entwicklungsländer“ mit handfesten wirtschaftlichen Interessen einherging.
Die damals übliche Bezeichnung „Nickneger“ lässt uns heute zusammenzucken, da sie als diskriminierend empfunden wird. Nicht zuletzt wegen Ihrer rassistischen Aussagen sind die Sammeldosen seit den 50/60 Jahre aus unserem Gesichtskreis verschwunden. Gerade deshalb sind sie heute als Zeittzeugen einer Geisteshaltung vergangener Tage begehrte Sammelobjekte.

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